
Freitag, 9. September 2005, Evang.-Ref. Kirche Rapperswil SG
Sonntag, 11. September 2005, Kreuzkirche Zürich-Hottingen
Live-Aufnahme 11.09.2005 Kreuzkirche Zürich auf YouTube
Linth-Zeitung, Montag, 12. September 2005, Bericht aus Rapperswil

Appenzeller Zeitung, Dienstag, 21. Juni 2005
Würdiges Jubiläum der Bach-Kantorei
Hochstehendes Konzert, an dem auch der Schweizer Komponist Willy Burkhard geehrt wurde
teufen. Die Bach-Kantorei Appenzeller Mittelland beging ihr zwanzigjähriges Bestehen am Samstagabend in Teufen mit einem eindrücklichen Chor- und Orgelkonzert.
Siegrun Schmidt
Unter Leitung von Wilfried Schnetzler wurden in der evangelisch-reformierten Kirche Teufen Werke von Johann Sebastian Bach und Willy Burkhard dargeboten.
Bedeutender Komponist
Es war ein würdiges Jubiläum, das zugleich aufs Datum genau des 50. Todestages eines der bedeutendsten Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts gedachte: Am 18. Juni 1955 ist Willy Burkhard im Alter von 55 Jahren gestorben, ein Grund für die Bach-Kantorei, sich mit dem Schaffen dieses genialen Komponisten auseinanderzusetzen, der mit seinen Werken wegweisende Impulse zur Entwicklung der geistlichen Musik unserer Zeit geleistet hat. So passt sein Schaffen in das Wirken der Bach-Kantorei, deren Repertoire neben den grossen Werken von Bach und Händel - man erinnert sich an die grossartigen Interpretationen von «Saul» und «Belshazzar» in historischer Aufführungspraxis - auch das zeitgenössische Repertoire umfasst und damit die grosse Spannbreite des Chores aufzeigt.
Auf der Orgel eingeleitet
Während noch die letzten Strahlen der Abendsonne durch die schönen Kirchenfenster blitzten, leitete Ursula Jaggi das Konzert auf der Orgel feierlich mit Präludium und Fuge in a-Moll von Johann Sebastian Bach ein, in welchem sie mit dem facettenreich gestalteten Fugensatz begeisterte.
Immense Schwierigkeiten
Das Hauptwerk des Abends war zweifelsohne die Kantate «Die Sintflut» von Willy Burkhard. Das A-cappella-Werk entstand als letzte Komposition kurz vor dem Tode das Komponisten und war einst dem renommierten Berner Kammerchor gewidmet. Der Bach-Kantorei kommt das Verdienst zu, hier ein eindrückliches Stück Musik zu Gehör zu bringen. Burkhard hatte Texte aus dem Alten Testament (Genesis) zusammengestellt und diesen eine bewegende Form gegeben. Doch seine Tonsprache enthält ohne Kompromisse für den Chor immense Schwierigkeiten, Chromatik, Reibungen, Dissonanzen, welche die Bach-Kantorei unter Wilfried Schnetzlers Leitung mühelos bewältigte. Schöner Chorklang in allen Stimmgruppen, homogen und gut ausgebildet, textverständlich und überaus intonationssicher, so überzeugte der Chor in dieser äusserst anspruchsvollen Komposition, die sowohl gestalterische Dramatik als auch betrachtende und ruhige, gesangliche Sequenzen umfasst. Solistische Einsätze der verschiedenen Chorregister unterstrichen die nuancierten Ausdrucksmöglichkeiten des vorzüglich geschulten Vokalensembles.
Bach-Motette
Sehr stimmig leitete Ursula Jaggi an der Orgel nach dieser beeindruckenden Darbietung mit dem Choralvorspiel «Allein Gott in der Höh sei Ehr» von Johann Sebastian Bach zum zweiten grossen Chorwerk des Konzerts über, der Bach-Motette «Jesu, meine Freude».
Höchstes Niveau bewiesen
Auch hier bewies der Chor, unterstützt von Ursula Jaggi als Orgel-Continuospielerin, höchstes Niveau. Die gross angelegte Motette wechselt zwischen strengen Choralsätzen, bewegten Textausdeutungen und Choralvariationen, die dem Chor höchste Präsenz abverlangen. Transparent im Klang des fünfstimmigen Satzes entfaltete sich das Werk in seinen verschiedenen Schattierungen und zeigte aufs Neue die flexible Gestaltungskraft und Stimmschönheit der Bach-Kantorei.
Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Belshazzar
Dramatisches Oratorium in drei Teilen, HWV 61
Samstag, 6. März 2004, 19.00 Uhr
Tonhalle St. Gallen
Sonntag, 7. März 2004, 17.00 Uhr
Stadtkirche Winterthur
Hermann Oswald, Tenor - Belshazzar, König von Babylon
Simone Kermes, Sopran - Nitocris, Mutter von Belshazzar
Elizabeth McQeen, Mezzosopran - Cyrus, persischer Prinz
Martin Oro, Countertenor - Daniel, ein jüdischer Prophet
Wolf Matthias Friedrich, Bass - Gobrias, zu Cyrus übergelaufener assyrischer Adliger
Jean-François Morin, Tenor - Arioch, babylonischer Edelmann
Peter Walser, Bass - Bote
Cornelius Glaus, Altus; Jean-François Morin, Tenor; Kurt Tschirren, Bass - Weise Männer
Nadja Schnetzler, Sopran; Cornelius Glaus, Altus; Jean-François Morin - Chorsolisten
Bach-Kantorei
Orchester ad fontes (auf historischen Instrumenten)
Leitung: Wilfried Schnetzler
Programmheft (PDF)
Bericht im St. Galler Tagblatt vom 8.3.2004 (Konzert in St. Gallen)
Bericht im Landboten Winterthur vom 11.3.2004 (Konzert in Winterthur)
Nach Saul (1994) und Messias (1997/98) hat sich die Bach-Kantorei Appenzeller Mittelland 2004 mit BELSHAZZAR wieder ein grosses Oratorium von Georg Friedrich Händel vorgenommen und brachte es unter der Leitung von Wilfried Schnetzler in einer glanzvollen Besetzung am 6. März 2004 (19.00 Uhr) in der Tonhalle St. Gallen und am 7. März 2004 (17.00 Uhr) in der ref. Stadtkirche Winterthur zur Aufführung.
Der Kern der Handlung des Oratoriums findet sich in der Bibel, im fünften Kapitel des Propheten Daniel, wo erzählt wird, wie König Belsazar mit grossem Pomp das Sesach-Fest feiert, und dabei die heiligen Tempelgefässe, welche sein Vater Nebukadnezar in Jerusalem geraubt hatte, für das Gelage missbraucht. Dabei „lobten sie die goldenen, silbernen, ehernen, eisernen, hölzernen und steinernen Götter“. Im gleichen Moment „gingen hervor Finger wie von einer Menschenhand“, die schrieben eine unverständliche Schrift auf die Wand in dem königlichen Saal. Die königlichen Weisen und Magier können die Schrift nicht deuten. Erst Daniel, einer der gefangenen Juden, deutet die Worte „mene mene tekel upharsin“: Gott hat dein Königtum gezählt und beendet. Man hat dich auf der Waage gewogen und zu leicht befunden. Dein Reich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben. Lapidar schliesst die Geschichte: „Aber in derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, getötet“.
Der Librettist, Charles Jennens, hat diese Erzählung aus der Bibel mit weiteren Berichten aus historischen Quellen ergänzt und daraus ein äusserst dramatisches Libretto geschaffen.
Händel bleibt dieser Dramatik nichts schuldig. Die Mittel, welche er dabei anwendet, weisen ihn als erfahrenen Opernkomponisten aus.
Dem Chor fällt eine mehrfache anspruchsvolle und grosse Aufgabe zu: Es gilt, die verschiedenen beteiligten Volksgruppen glaubhaft zu repräsentieren. Dabei hat der Komponist die Charaktere sehr schön herausgearbeitet. Die wilden, zügellosen Babylonier kontrastieren mit den strengen, wohlgeformten Chören der Juden, die Perser treten in kriegerischer Zuversicht auf.
Auch die Solopartien sind wundervoll auf die Charaktere der Personen zugeschnitten. Händel ist dabei sparsam mit langen Arien umgegangen. Stattdessen schrieb er häufig Accompagnato-Rezitative, d.h. solche, wo die Sänger statt nur vom Generalbass vom ganzen Orchester begleitet werden. Dieses Mittel dient einer musikalischen Straffung des Textes und treibt die Handlung voran.
Die instrumentale Besetzung ist vielfältig. Händel verwendet das normale barocke Streichorchester mit Oboen, ausser bei den Königs- und Kriegsmusiken, wo Trompeten und Pauken erklingen, sowie eine der Zeit entsprechend farbige, variabel eingesetzte Generalbassgruppe, welche in dieser Aufführung mit Cembalo, Orgel, Laute, Violoncello, Violone, Fagott und Contrafagott besetzt ist.
Das Oratorium wird in englischer Originalsprache dargeboten. Um dem Publikum trotzdem die Textverständlichkeit zu ermöglichen, werden – wie heute im Theaterbetrieb oft üblich – sogenannte Übertitel eingesetzt, d.h. der deutsche Text wird synchron mit der Musik oberhalb der Ausführenden projiziert. Damit ist ein praktisch müheloses Verständnis der Handlung möglich ohne auf die überzeugendere klangliche Realisierung in der Originalsprache zu verzichten.
Die Projektionsfläche ist in St. Gallen von fast allen Plätzen aus gut sichtbar (ausg. hintere Galerieplätze). In Winterthur ist die Sicht aus dem Mittelschiff gut.
Die anspruchsvollen Solopartien werden von international bekannten Vokalsolisten gesungen, das auf historischen Instrumenten spielende Orchester ad fontes, welches seit 1989 in vielen Konzerten mit der Bach-Kantorei zusammen musizierte, wird die Händelsche Klangpracht angemessen zur Geltung bringen, die Bach-Kantorei, welche in einer zwar nur mittelgrossen, aber in musikalischer Hinsicht sehr reifen Besetzung das Werk erarbeitet hat brennt darauf, ihren treuen Konzertbesucherinnen und –besuchern ein Händelfest erster Güte präsentieren zu dürfen.

Johann Sebastian Bach
Johannes-Passion
Gründonnerstag, 28. März 2002, 19.30 Uhr,Kirche Linsebühl, St. Gallen
Karfreitag, 29. März 2002, 17.00 Uhr, Evang. Kirche Teufen
Sonntag, 9. Juni 2002, 17.00 Uhr, Klosterkirche Rheinau
Christine Esser, Sopran
Elizabeth McQueen, Alt
Hans Jörg Mammel, Tenor
Samuel Zünd, Bariton
Michael Leibundgut, Bass
Ensemble ad fontes
Bach-Kantorei
Wilfried Schnetzler, Leitung
Programmheft (PDF)
Seite 4 von 4










